Kitabeiträge während behördlich angeordneter Schließzeit

FennerAktuelle Infos

Liebe Eltern,

hiermit wir möchten gerne auf eine Elternanfrage, in Bezug auf die Rückerstattung der Beiträge, eingehen.

Aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie wurde die Schließung aller Kindertagesstätten zum Zwecke der Eindämmung der Verbreitung des Corona-Virus, vom Senat angeordnet.

Neben Ihrer Herausforderung den plötzlich veränderten Alltag mit Ihren Kindern zu organisieren, treten sicherlich Ihrerseits auch die Fragen bezüglich der weiteren Zahlungen Ihrer Beiträge zum Essen und für pädagogische Zusatzleistungen auf.

Im ersten Schritt müssen wir hier zunächst zwischen der gesetzlichen Elternbeteiligung i.H.v. 23 Euro an den Kosten für das Mittagessen und den Beiträgen für pädagogische Zusatzleistungen differenzieren. Entsprechend Ihrer jeweiligen Kostenbescheide nach dem Tagesbetreuungskostenbeteiligungsgesetz (TKBG) sind die 23 Euro für ein Mittagessen auch dann zu entrichten, wenn keine tatsächliche Inanspruchnahme erfolgt (Vgl. § 6 Abs.3 TKBG).

In Bezug auf die Beiträge für pädagogische Zusatzleistungen wird eine pauschale Aussage schon schwieriger. Die Beiträge für eine pädagogische Zusatzleistung oder Frühstück/Vesper sind individuelle vertragliche Regelungen zwischen Ihnen und uns als Kitaträger oder dem Förderverein.

Nun könnte man sicherlich darauf abstellen, dass es bei diesen Zusatzleistungen um konkret entstehende zusätzliche Kosten handelt. Wenn also durch die behördliche Schließung keine zusätzlichen pädagogischen Zusatzleistungen oder kein Frühstück/Vesper in Anspruch genommen wird, dann müsste doch ein Anspruch auf Rückzahlung bestehen.

So einfach ist es jedoch nicht. Auch bei einer behördlich angeordneten Schließung müssen alle Mitarbeiter weiterhin ihre Arbeitsleistung erbringen und für Tätigkeiten zur Verfügung stehen, die entweder in der mittelbaren Pädagogik stattfinden oder die Notbetreuung beinhalten. Das bedeutet also nicht, dass wir untätig sind und die Zeit nicht nutzen. Die Lohnkosten für die Kitaträger bleiben dementsprechend im vollen Umfang bestehen.

Da alle Mitarbeiter stark von eventuellen finanziellen Einschränkungen betroffen wären, wurde dieses Thema auch innerhalb des Teams besprochen.

Wir als Team arbeiten tagtäglich daran Ihren Kindern eine liebevolle und professionelle Betreuung zu bieten. Das dies überhaupt möglich ist, verdanken wir unter anderem auch Ihnen, durch die monatlichen Zahlungen Ihrer zusätzlichen Beiträge. Ohne Ihre finanzielle Unterstützung wäre z.B. eine Bereitstellung von zusätzlichem Personal, nicht nur für die Verbesserung des Betreuungsschlüssels in den Gruppen Ihrer Kinder, sondern auch zur Unterstützung der pädagogischen Arbeit unserer Einrichtung, nicht mehr möglich. Das Gleiche gilt auch für die englische Sprachförderung, welche in diesem Umfang nicht mehr stattfinden könnte.

Würden wir uns auch nicht solidarisch gegenüber unseren Partnern, wie z.B. unserem Caterer oder dem externen Fachpersonal verhalten, würde dies bedeuten, dass unser komplettes externes Netzwerk zusammenbricht, da diese Dienstleister Insolvenz anmelden müssten. Dies kann weder in Ihrem noch in unserem Interesse sein. Von daher haben wir uns entschieden, die Kosten weiterzubezahlen, um größere Schäden abzuwenden.

Eine Rückerstattung der Kosten wäre also mit drastischen Maßnahmen verbunden und würde mit Kündigungen unserer Kollegen einhergehen, sowie der Zerstörung weiterer beruflicher Existenzen unserer Partnerunternehmen.

Als Sozialunternehmen entspricht es nicht unserer Unternehmensphilosophie, Mitarbeiter zu entlassen, die auf ihr Gehalt angewiesen sind und dazu beizutragen das ganze Familien vor dem Aus stehen.

Wie wir Ihnen auch bereits mitteilten, handelt es sich bei der zusätzlichen Finanzierung um eine Mischkalkulation, die auf ein ganzes Jahr umgerechnet wird und somit einen durchschnittlichen monatlichen Beitrag wiederspiegelt, weshalb Sie auch keine Rückerstattung während der Schließzeit, Urlaub, Krankheit o.ä. erhalten.

Da wir uns jedoch alle in einer außergewöhnlichen Situation befinden und nicht mit einer Schließung zu rechnen war, haben wir selbstverständlich auch nach einer Möglichkeit gesucht, um Ihnen entgegenzukommen.

Somit würden wir gerne den Eltern, deren Kinder sich nicht in der Notbetreuung befinden, die Kosten die z.B. derzeit nicht für den Wareneinsatz bezüglich Vesper, Frühstück und Pflegemittel anfallen werden, anteilig zurückerstatten. Nach Rücksprache mit unserer Buchhaltung würde die durchschnittliche Pauschale für einen ganzen Monat 40€ betragen.

Die Rückerstattung für März 2020 würde somit 20€ betragen und in den nächsten Tagen von uns veranlasst.

Abschließend möchten wir Sie alle bitten, uns gemeinsam durch diese schwierige Zeit zu begleiten und dafür zu sorgen, dass sich kein Teammitglied nach einem anderen Arbeitsplatz umsehen muss und Ihnen und Ihren Kindern in 5 Wochen dadurch nicht mehr zur Verfügung stehen könnte.

Wir alle sind ein Teil von Global Village und zu einer Familie zusammengewachsen, die gerade jetzt in solch schwierigen Zeiten zusammenhält und sich gegenseitig unterstützt.

Sollten Sie weitere Rückfragen haben, steht Ihnen die Geschäftsführung gerne zur Verfügung.

Wir wünschen Ihnen eine angenehme Zeit in den kommenden Wochen und freuen uns darauf, Ihre Kinder bald wieder in Empfang nehmen zu können.

Passen Sie auf sich auf und bleiben Sie bitte gesund!!!

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Global Village Team